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Das Märchen von der Grundsteuer und ihrer Verwendung für die Finanzierung von Straßenausbaumaßnahmen — 1 Kommentar

  1. Zur Berechnung der Grundsteuer

    Viele von uns sind sich nicht genau im Klaren darüber, wie der von uns Grundstückseigentümern zu zahlende Grundsteuerbetrag zustande kommt.
    Hier eine kleine Hilfestellung:
    Die Formel lautet: Grundsteuer = Einheitswert X Grundsteuermessbetrag X Hebesatz der Gemeinde
    Wichtig ist zunächst, die Höhe des Einheitswertes zu ermitteln Er ist jedem Eigentümer vom Finanzamt bekannt gemacht worden. Solltet Ihr diese Unterlagen nicht wiederfinden, so reicht ein Anruf beim Finanzamt, um ihn zu erfahren.
    Dieser Einheitswert bezieht sich auf den Bodenwert des Jahres 1963 mit Änderung von 1964 (in Ostdeutschland 1935).
    Beim Einheitswert gibt es eine Grenze. Sie liegt bei 38.347 €. Alles bis zu dieser Grenze wird beim Grundsteuermessbetragmit 2,6 o/oo berechnet, was darüber liegt mit 3,5 o/oo.
    Oft wird der Einheitswert noch in DM angegeben. Eine Umrechnung in € ist dann erforderlich (1€=1,95583 DM).
    Zur Verdeutlichung ein Beispiel:
    Einheitswert 86.300 DM = 44.124,49 €
    38.347 € zu 2,6 o/oo = 99,70 €
    5.777 € zu 3,5 o/oo = 20,22 € = 119,92 Grundsteuermessbetrag

    Hebesatz der Gemeinde 400%, d.h. 119,92 X 400 % = 479,68 € Grundsteuer im Jahr, bei 1/4 – jährlicher Abbuchung = 39,97 €. Würde der Hebesatz um 100 Prozentpunkte erhöht werden, um z.B. des Straßenausbau zu finanzieren, so würde sich der Jahressteuerbetrag um 119,92 € erhöhen, d.h. um ca. 10 € monatlich!! Zu achten ist dabei die an einem anderen Ort (s.o.) in dieser Homepage vorgestellte Kappungsgrenze!!!
    Zur Grundsteuer siehe auch Art. 28, Abs. 2, Satz 3 GG
    Sollten sich die Länder nicht auf eine vom Verfassungsgericht verfügte Neubewertung der Grundstücke bis zum 31.12.2019 einigen, so entfällt die Erhebung der Steuer ab 2020.
    Zwei Vorschläge zur Neubewertung einer Immobilie liegen auf dem Tisch:
    1. Vorschlag von BFM Olaf Scholz: Hierbei sollen Bodenwert, Nettokaltmiete (pauschaler Wert, vergleichbare Immobilien in dieser Lage) sowie das Alter des Gebäudes berücksichtigt werden.
    2. Vorschlag Bayern: Hier sollen lediglich die Grundstücksfläche sowie die Gebäudefläche Berücksichtigung finden.

    Joachim Dreilich

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