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Gemeinde Adendorf – Verkehrsentwicklungsplan 2017/2018 (Entwurf) — 2 Kommentare

  1. Einwendungen zum Verkehrsentwicklungsplan 2017/2018 für die Gemeinde Adendorf

    Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

    als Eigentümer des Wohnhauses Im Suren Winkel 23, Adendorf, erhebe ich Einwendungen gegen den geplanten Verkehrsentwicklungsplan für unsere Gemeinde in der veröffentlichten Fassung nach dem Stand von Oktober 2018. Ich bin mit folgenden Punkten nicht einverstanden:

    1. Die Straße Im Suren Winkel kann nicht die Funktion einer „Hauptverkehrsstraße“ erfüllen
    Nach dem Inhalt des vorgelegten VEP-Entwurfs ergibt sich nicht, nach welchen Kriterien der Gutachter die Netzhierarchie des Straßennetzes gebildet hat. Für die Hierarchisierung des Straßennetzes sind nicht nur die Verkehrsstärken – wie vom Gutachter offensichtlich angenommen – maßgeblich, sondern weitere Kriterien wie Anteile des Durchgangsverkehrs und des Schwerlastverkehrs sind zu gewichten. Ferner sind Straßenbreite und Raumprofil, Dichte der Bebauung, Abstand der Häuser zur Straße und Anwohnerdichte relevante Kriterien. Nach Erhebung und Bewertung der genannten Kriterien wird sich ergeben, dass der Straßenzug Im Suren Winkel, Lindenweg und Grüner Weg nicht die Anforderungen an eine Hauptverkehrsstraße mit hohem Anteil an Durchgangsverkehr erfüllen kann.

    2. Damit scheidet die Straße Im Suren Winkel, die in weiten Bereichen zwischen dem Abschnitt Rauher Weg und der Kreuzung Höhe Sandweg nur eine Straßenbreite (Fahrbahn und Gehwege) von knapp 8 Metern aufweist, als „Durchgangsstraße“ für den überörtlichen PKW- Verkehr, aber auch für den Schwerlastverkehr aus. Die Funktion einer Sammelstraße als Hauptverkehrsachse können die Straßen Im Suren Winkel, Lindenweg, Grüner Weg nicht erfüllen.

    3. Es ergeben sich abweichend von den Vorschlägen des VEP-Entwurfs verkehrsplanerische und bauliche Prioritäten für eine verträgliche Verteilung des Verkehrs innerhalb des gesamten Gemeindegebietes und zur Vermeidung des Durchgangsverkehrs. Die Hauptlast des Durchgangsverkehrs tragen seit Jahren die Straßen Im Suren Winkel, Lindenweg, Grüner Weg. Der Anteil des Durchgangsverkehrs beträgt Im Suren Winkel in nördlicher Richtung 38 Prozent! Das ist nach meinem jetzigen Kenntnisstand der höchste Anteil an Durchgangsverkehr in den Wohngebieten von Adendorf.

    4. Das geplante Bauvorhaben der Gemeinde Adendorf die Straße Im Suren Winkel zwischen dem Abschnitt Rauer Weg und von-Stauffenberg-Straße (II. Bauabschnitt) bietet die Gelegenheit zu baulichen Veränderungen, um den Durchgangsverkehr aus der Straßenachse herauszuhalten: Dies kann durch Maßnahmen wie Verengung der Fahrbahn, mit ausreichenden Gehwegen beidseits der Straße, Querungshilfen mit Bepflanzungen etc. erreicht werden. Der Autoverkehr würde durch die baulichen Veränderungen gebremst. Verbunden mit Tempo 30 und Rechts-vor-Links Regelungen würde dem Straßenzug seine „Attraktivität“ als schnelle „Abkürzung“ genommen. Eine Verlagerung der Verkehrsströme auf andere Straßen im Adendorfer Wohngebiet dürfte nicht eintreten. Es ist zu fordern und umzusetzen, dass der Durchgangsverkehr über die Artlenburger Landstraße und Kreisstraße Nr. 30 zum Sport- und Veranstaltungszentrum geführt wird!

    5. Der im VEP Entwurf vorgesehene Wegfall des Gehweges ostseits der Straße Im Suren Winkel ist abzulehnen. Ein solcher Schritt wäre eine verantwortungslose Maßnahme, die die Sicherheit der Anwohner gefährdet. Die Anwohner wären noch stärker als bisher beim Betreten der Straße erheblichen Gefahren ausgesetzt. Ein Schutzstreifen von nur ca. 85 cm reicht nicht aus, um sie ausreichend vor dem Autoverkehr zu schützen. Auch wären viele Familien mit ihren Kindern, ältere Anwohner und Anwohner mit Einschränkungen den Gefahren ausgesetzt. Das kann nicht hingenommen werden.

    6. Soweit der VEP-Entwurf davon ausgeht, dass der geplante Ausbau der Straße Im Suren Winkel durch den Ankauf von Grundstücksflächen von den Eigentümern realisierbar sei, ist dies nach wie vor nicht zutreffend. Die Mehrheit der Eigentümer lehnt eine Abgabe von Grundstückflächen an die Gemeinde ab und hat durch ihre schriftlichen Erklärungen vom Juni 2014 dazu ein klares Votum abgegeben.

    7. Ablehnung zum Bau eines Kreisels an der Kreuzung Im Suren Winkel/Sandweg/In der Stube/Am Bahndamm
    Eine Fahrbahnverengung Im Suren Winkel in dem Abschnitt zwischen der Kreuzung Im
    Suren Winkel/Sandweg und Hausnummer 34 würde den Verkehr verlangsamen.
    Verbunden mit der einzuführenden Tempo 30 Regelung und ergänzenden optischen
    und gestalterischen Elementen auf der Straße wäre der Verkehr im Kreuzungsbereich
    bei einer Rechts-vor-Links Regelung erheblich verlangsamt. Der Bau eines Kreisels wäre
    somit nicht erforderlich.

    8. Der geplante Umbau der Straße Am Bahndamm zu einer bevorzugten Radfahrstraße ist zu überprüfen. Bei Verlangsamung und Reduzierung des Autoverkehrs auf der Straßenachse Im Suren Winkel/Grüner Weg/Lindenweg wäre hier das Radfahren künftig sicherer möglich. Eine natürliche Verteilung der dann zunehmenden Radfahrerfrequenz würde eintreten.

    9. Eine Ausweitung des Grünen Weges durch Aufhebung des Längsparkstreifens auf der Südseite ist abzulehnen. Diese Ausweitung der Straße steht dem Konzept zur innerörtlichen Verkehrsberuhigung entgegen. Am Grünen Weg sind aktuell bereits weit über 10.000 Autos gezählt worden! Auch hier gilt es, dem Durchgangsverkehr das Fahren durch das Wohngebiet zu erschweren und den verbleibenden (Ziel-) Verkehr langsam bei Tempo 30 fahren zu lassen.

    10. Ich rege an, eine weitere Ermittlung des Verkehrsaufkommens Im Suren Winkel an Tagen mit Veranstaltungen im Sport- und Veranstaltungszentrum durchzuführen. An solchen Tagen ist innerhalb Adendorfs primär unser Straßenzug von den Besucherströmen unzumutbar betroffen.

    11. Im gesamten Wohngebiet in Adendorf ist die Einrichtung einer Tempo 30 Regelung erforderlich.

    12. Der VEP sollte nur vor dem Hintergrund einer möglichst breiten Zustimmung der zu beteiligenden „Akteure“ vom Gemeinderat beschlossen werden. Eine ausreichende Bürgerbeteiligung hat bisher nicht stattgefunden. Weiter sind nach meiner Kenntnis der Landkreis Lüneburg als Verkehrsbehörde und als Träger der Straßenbaulast für die Kreisstraße 30, die Polizei, die Stadt Lüneburg als Träger der Straßenbaulast (teilweise) für die Artlenburger Landstraße, der Busbetreiber KVG sowie die Beauftragten der Gemeinde Adendorf für Senioren, Behinderte und Umweltschutz und die Vertreter für Schulwegsicherung bisher nicht gehört bzw. nicht am Verfahren beteiligt worden.

    Diese Stellungnahme ergeht zugleich im Namen der Initiative zur Verkehrsberuhigung der Straßen Im Suren Winkel/Lindenweg/Grüner Weg.

    Mit freundlichen Grüßen

  2. Wieso muß es in Adendorf überhaupt Durchgangsverkehr geben? Ich empfehle eine Aufteilung des Ortes in 4 Sektoren, deren Autoverkehre keine Verbindung aufweisen(ausgenommen Busse) – gemäß dem Vorbild Groningen. Im Zentrum (z.B. auf dem Acker nahe EDEKA) könnte ein zentraler (von allen vier Sektoren erreichbarer) Parkplatz (evtl. auch ein Parkhaus) eingerichtet werden, von dem FahrerInnen der parkenden Autos alle wichtigen Geschäfte und Arztpraxen fußläufig erreichen können (es gibt kein Menschenrecht, mit dem PKW vor jeden Laden fahren zu können – diese Praxis führt lediglich zu vorzeitigen Gesundheitsschäden). Zone 30 sollte für Ortschaften eine Selbstverständlichkeit sein! Dass darüber diskutiert werden muss, zeigt dass unsere Kommunalpolitiker verkehrspolitisch der Steinzeit näher sind als modernen und nachhaltigen Verkehrskonzepten.

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